{"id":796,"date":"2011-10-04T10:00:00","date_gmt":"2011-10-04T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kdm.akbild.ac.at\/?page_id=796"},"modified":"2024-04-20T20:19:28","modified_gmt":"2024-04-20T20:19:28","slug":"ws-11-12-jedes-ding-spricht-zweimal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kdm.akbild.ac.at\/?page_id=796","title":{"rendered":"WS 11\/12    JEDES DING SPRICHT ZWEIMAL"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:3px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eWenn die Macht Subjekte nicht nur beherrscht oder unterdr\u00fcckt, sondern sie auch allererst formt, worin besteht dann diese Formierung? Offensichtlich bringt die Macht nicht im gew\u00f6hnlichen Sinn Personen in die Welt.\u201c (Judith Butler, Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung.)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas kommerzielle Kino ist nicht blo\u00df eine billige Droge. Seine unbewusste Wirkung geht weit; weiter vielleicht als die irgendeines anderen Ausdrucksmittels. Neben ihm f\u00e4llt die Psychoanalyse nicht ins Gewicht. Der Entsubjektivierungseffekt in der Analyse vermag nicht, was vom Kino partiell erreicht wird, die personologische Indidividuierung des&nbsp; Aussagens aufzuheben.\u201c (Felix Guattari, Mikropolitik des Wunsches)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRanciere definiert den Modus der Bedeutungen im Sinne von Novalis (\u201calles spricht\u201d) als doppelten: \u201a(\u2026) jedes Ding spricht zweimal \u2013 in seiner reinen Gegenwart und in der Unendlichkeit seiner virtuellen Verbindungen\u201d, was die Bedingung daf\u00fcr ist, dass die Erfahrungen miteinander kommunizieren und eine gemeinsame Welt bilden.\u2019 (Christa Bl\u00fcmlinger, Kino aus zweiter Hand, Zur \u00c4sthetik materieller Aneignung im Film und in der Medienkunst)<\/p>\n\n\n\n<p>Jean-Luc Godard: Hitchcock selbst hat es gesagt, wenn Sie etwas sagen, sagen Sie es zweimal&#8230;<br>(Jean-Luc Godard &amp; Youssef Ishaghpour, Arch\u00e4ologie des Kinos. Ged\u00e4chtnis des Jahrhunderts)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin neuer Archivar ist in der Stadt berufen worden. Aber wurde er, strenggenommen, wirklich berufen? Handelt er nicht vielmehr in eigenem Auftrag?\u201c (Gilles Deleuze, Foucault)<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn stehen nach wie vor das Verh\u00e4ltnis von Psychoanalyse und Kino: Die Produktion von Psychen, die Psyche der Macht, die Macht des Kinos, die Ohnmacht der Psychoanalyse, die doppelte Artikulation, das unmittelbare und das mittelbare Sprechen, das Sprechen durch die Archive. Am Ende aber stehen die Archive \u2013 dies alles noch im Anschlu\u00df an die im vergangenen Semester gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Kunst und Kulturwissenschaften, Center for Art \/Knowledge (CAK)\/PhD in Practice abgehaltene Veranstaltung: Psychoanalyse, Guattari, Kino mit Angela Melitopoulos und Maurizio Lazzarato.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beziehungen zwischen Kino, Psychoanalyse und Archiv werden im Laufe der beiden kommenden Semester hinsichtlich Fragen einer k\u00fcnstlerischen zeitbasierten Praxis untersucht. Im Zusammenhang mit diesen Fragestellungen stehen \u2013 neben relevanten Texten und Filmen \u2013&nbsp; eine Veranstaltungsreihe (History Lessons, Museum Moderner Kunst Wien, Oktober\/November 2011, Kurator: Matthias Michalka) und eine Ausstellung&nbsp; (Animismus: Moderne hinter den Spiegeln, 16. 9. 2011 \u2013 29. 1. 2012, KuratorInnen: Anselm Franke mit Sabine Folie) im Zentrum der Diskussion. Zuletzt wird ein Bogen einerseits zu dem Projekt Living Archive gespannt, das von Stefanie Schulte Strathaus und dem Arsenal Kino Berlin ins Leben gerufen wurde und seit Sommer 2011 bis zum Herbst 2012 realisiert wird; andererseits zu dem Projekt HISTOIRE(S) DU CIN\u00c9MA von Jean-Luc Godard.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:7px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:17px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>TEXTE<\/p>\n\n\n\n<p>Subjektivation, Widerstand und Bedeutungsverschiebung. Zwischen Freud und Foucault.<br>In: Judith Butler, Psyche der Macht<\/p>\n\n\n\n<p>Die Couch des Armen.<br>In: F\u00e9lix Guattari, Mikropolitik des Wunsches<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Archivar.<br>In: Gilles Deleuze, Foucault<\/p>\n\n\n\n<p>Promised Lands. Cinema, Geography, Modernism. Sam Rohdie<\/p>\n\n\n\n<p>Arch\u00e4ologie des Kinos. Ged\u00e4chtnis des Jahrhunderts. Jean-Luc Godard und Youssef Ishaghpour<\/p>\n\n\n\n<p>Kino aus zweiter Hand. Zur \u00c4sthetik materieller Aneignung im Kino und in der Medienkunst. Christa Bl\u00fcmlinger.<\/p>\n\n\n\n<p>Archive Fever. Uses of the Document in Contemporary Art. Ed. Okwui Enwezor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn die Macht Subjekte nicht nur beherrscht oder unterdr\u00fcckt, sondern sie auch allererst formt, worin besteht dann diese Formierung? Offensichtlich bringt die Macht nicht im gew\u00f6hnlichen Sinn Personen in die Welt.\u201c (Judith Butler, Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung.) \u201eDas kommerzielle Kino ist nicht blo\u00df eine billige Droge. 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